Tortenmittwoch – Ein Erfolgsrezept

Information, Mitarbeiter/innen

“Menschen an der Gemeinschaft in kirchlichen Gruppen teil haben zu lassen, kann nur gelingen, wenn wir diesen Menschen das Gefühl geben “Du bist willkommen”, weiß Kreisjugenddiakon Klaas Grensemann. Um diese Gemeinschaft besonders unter den vielen Ehrenamtlichen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen tatsächlich auch zu leben,  hat Grensemann den sogenannten Tortenmittwoch ins Leben gerufen – mit Erfolg!  Nun gibt es das Konzept des Tortenmittwochs auch in einem Buch. In “Kirche kreativ” sind 51 frische Ideen für die missionarische Jugendarbeit aufgeführt.

Die Idee dazu kam, als befreundete Studenten ihm von einem ein Mal im Monat stattfindenden Tortenmontag der ASTA erzählten. “Dort hatten Studenten die Chance, sich bei Kaffee und Torte über das Leben an der Uni auszutauschen. Für die Arbeit des ev. Kreisjugenddienstes habe ich diese Idee aufgenommen”, so Grensemann.

“Wer Menschen für Jesus Christus begeistern möchte, der muss meiner Meinung nach vor allem eine praktische Qualität mitbringen, die unerlässlich ist: Man muss gastfreundlich sein.”
~ Klaas Grensemann ~

Zwei Dinge sind für die Durchführung des Tortenmittwochs besonders wichtig. Erstens: Die Gäste müssen eingeladen werden. Nicht selten stehen die beliebten Tortenmittwoch-Termine schon Wochen vorher fest und sind im Netz abrufbar. Praktisch: Grensemann weiß durch die Rückmeldungen immer ungefähr, mit wie vielen Teilnehmern er rechnen muss. In erster Linie richtet sich das Angebot an die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Ev. Jugend im Kirchenkreis.

Doch bevor die 15 bis 20 Gäste kommen, muss (zweitens!) der Tisch noch gedeckt werden. Die Atmosphäre muss stimmen, weiß der Diakon. Der Tisch im Kreisjugenddienst ist dann festlich gedeckt, fast so wie bei einem Geburtstag. “Es duftet nach Kaffee und Tee und eine festliche Sahne- oder Joghurttorte wartet darauf, von den Gästen verspeist zu werden”, erklärt Grensemann.

Der Tortenmittwoch ist gefragt

Das Angebot gibt es nun schon seit über einem Jahr. Was zunächst mit einer Torte begann, steigerte sich bald. Mittlerweile sind mindestens zwei Torten und Kuchen/Kekse erforderlich. Schnell stellte sich heraus, dass auch das Sitzungszimmer im KJD nicht mehr als Versammlungsort ausreichte. Ein Ausweichquartier musste gefunden werden und so kam es, dass der Nachmittag manches Mal sogar im Zelt statt fand. Zusammen wird dann viel geredet, gelacht und gesungen. Ideen für kommende Aktionen werden geplant und auch private Verabredungen werden getroffen. Der Tortenmittwoch ist eine feste Institution geworden. Für diesen Termin verschieben einige Gäste sogar andere Termine, um dabei sein zu können. Andere kommen direkt von der Arbeit, um zumindest in der letzten Stunde „dabei“ sein zu können. Nicht selten bringen Teilnehmer auch eigene Torten mit. Das entlastet die Kasse des KJD. Schmecken tun außerdem sowieso besser als die Tiefkühl-Varianten, da ist sich die Tortenmittwoch-Gemeinschaft einig.

Doch Tortenmittwoch ist nicht nur ein nettes Beisammensitzen und Torte essen, sondern es gibt immer auch einen inhaltlichen Impuls, das sogenannte “Besondere Tortenstück”. Das kann ein Bibelwort, ein Psalm, ein Mitbringsel, ein Lied oder Sonstiges sein.

“Das besondere Tortenstück bringt „Süße“ in unseren Alltag hinein, den man in der Gemeinschaft der Kaffee-Runde besonders genießen kann.”
~ Klaas Grensemann ~

“Wem „gemeinsam Torte essen“ und ein „Impuls“ zu „dünn“ erscheinen mag, der möge bedenken, dass der Tortenmittwoch nur ein Nachmittag im Monat ist und die vielen tiefer gehenden Angebote lediglich ergänzt”, erklärt der Diakon.

Das Buch: “Kirche kreativ”
Anlässlich des 125jährigen Jubiläums der Evangelistenschule Johanneum in Wuppertal haben die Dozenten Martin Werth und Klaus Göttler das Buch “Kirche kreativ” herausgegeben. Der Sammelbandes ist im SCM Brockhaus-Verlag erschienen. Das Buch ist neben dem hohen Praxiswert ein Zeitzeugnis dafür, in welcher Vielfalt Absolventinnen und Absolventen des Johanneums tätig sind. Das Buch kostet 12,95 EUR und ist erhältlich in jeder Buchhandlung.

Was das genaue Erfolgsrezept des Tortenmittwoch ist, weiß der Diakon auch nicht. “Nun, ich kann nur vermuten, dass die festliche Kaffeetafel mit Torte bei den meisten Menschen ein Gefühl von Feierlichkeit, von Gemeinschaft und „es sich gut gehen lassen“ auslöst”, meint Grensemann. Die Mitarbeiter erfahren so ein Stück Wertschätzung, die deutlich macht: Für dich rück ich nicht nur meine besten Kekse raus, für dein Wohlbefinden stelle ich sogar eine Torte auf den Tisch und so teilen wir auch das, was für uns alle ein Geschenk ist: Gottes Wort.

Von Lennart Stock und Klaas Grensemann