Zum Abschied winkt sogar die Queen

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Am Sonntag wurde die langjährige Diakonin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde auf Norderney, Ulrike Hartmann, mit einem Gottesdienst und einer kleinen Feierstunde verabschiedet. Trotz ihrer zahlreichen Aufgaben in der Gemeinde war die Diakonin ebenso in der evangelischen Jugend im Kirchenkreis Norden mit unermüdlichem Engagement im Einsatz. Zuletzt bei der Konfigala im vergangenen Jahr. Zur Verabschiedung war daher auch eine kleine Delegation des Jugendkonvents auf die Insel gekommen, um ganz persönlich auf Wiedersehen zu sagen.

Alles begann fast auf den Tag genau vor 13 Jahren. Diakonin Ulrike Hartmann trat im September 1999 als Vertretung die Diakonenstelle der evangelisch-lutherischen Gemeinde auf der Insel an. „Ich kann mich noch genau erinnern, wie Ulrike damals in ihrem blauen Pullover auf der Kirchenmauer saß und auf den Kirchenvorstand wartete“, erinnerte sich Pastorin Ellen Bürger. Aus den drei Jahren, die ursprünglich für die Vertretung vorgesehen waren, wurden 13 Jahre.

Verabschiedung mit Gottesdienst

Am Sonntag, 2. September, wurde Diakonin Ulrike Hartmann in einem Gottesdienst feierlich verabschiedet. Zum 1. Oktober beginnt sie ihre neue Stelle auf dem Festland, in Sulingen. In ihrer Predigt nahm Pastorin Ellen Bürger, die den Gottesdienst gestaltete, die Geschichte des barmherzigen Samariter auf. Wer ist mein Nächster? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Bibelgeschichte. Ulrike Hartmann sei so jemand, sagte Bürger. Ausgestattet mit unendlichem Engagement und Geduld sei sie stets im Einsatz gewesen. Ob im Konfirmandenunterricht, bei den Bibeltagen oder den Kinderfreizeiten, von den zahlreichen Festen, die die Diakonin in all den Jahren auf die Beine stellte, ganz zu schweigen.

„Viele in der Gemeinde haben Kirche durch dich und mit dir sehr intensiv erlebt. Du hast die Kirche auf Norderney ganz entschieden geprägt“  ~ Pastorin Ellen Bürger

Die Kirchengemeinde ist bereits auf der Suche nach einer Neubesetzung der Stelle. Wie schwer der Abschied der Diakonin wirkte, wurde beim anschließenden Empfang im Martin-Luther-Haus deutlich. Zahlreiche Gemeindemitglieder nutzten die Gelegenheit um ganz persönlich und emotional ihrer langjährigen Diakonin Auf Wiedersehen zu sagen und ihr Segenswünsche mit auf den Weg zu geben.

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Die Queen und ein Moderationskoffer

Auch die Evangelische Jugend des Kirchenkreises Norden war mit einer kleinen Delegation auf die Insel gekommen. Denn auch auf Kirchenkreis-Ebene wird Ulrike Hartmann eine große Lücke hinterlassen war sich Kreisjugenddiakon Klaas Grensemann sicher. “Ulrike ist eine Frau der Tat. Ihre großartige Arbeit wird ganz sicher fehlen”, so der Kreisjugenddiakon. Zum Abschied überreichte Klaas Grensemann, Gemeindehelfer Dennis Schrade sowie Monika und Markus Bauer der Diakonin, getreu dem Motto “lächeln und winken”, eine Miniatur-Queen mit solarbetriebenem Winke-Arm.

“Im Gottesdienst habe ich wohl wie viele darauf gewartet, dass jemand aufspringt und ruft: Alles nur Fehlalarm, Ulrike bleibt hier. Aber dem war leider nicht so.” ~ Klaas Grensemann

Doch damit nicht genug: Zusätzlich zum Start in ihrer neuen Gemeinde überreichte die Evangelische Jugend Ulrike Hartmann auch einen Moderationskoffer. Er wird sicherlich schon bald seinen ersten Einsatz erhalten. Ist Ulrike Hartmann, doch eine Frau der Tat…
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Stets ein offenes Ohr

Ohnehin war es vor allem die Jugendarbeit, die Hartmann besonders am Herzen lag. Doch nicht nur für Konfirmanden und Jugendliche habe Hartmann stets ein offenes Ohr gehabt, betonte Pastor Stephan Bernhardt in einem Grußwort. Auch Erwachsenen habe Hartmanns Tür stets offen gestanden.

Einen besonderen Abschiedsgruß für die Diakonin gab es im Gottesdienst. Dort erklangen an der Orgel die Zimbelsterne, die sonst nur zur Weihnacht zu hören sind. Kantor Marc Waskowiak machte eine Außnahme, war es doch Hartmann, die sich während der Orgelrestauration für gerade diese Zimbelsterne eingesetzt hatte. „Sie sind wie ein i-Punkt bei einem Lied. Jetzt müsst ihr zumindest an Weihnachten unweigerlich an mich denken“, scherzte die Diakonin.

Bevor das Kartonpacken wieder los ging wurde jedoch noch in gemütlicher, kleiner Runde im Kirchgarten gegrillt. Ein Abschied, aber auch ein Neuanfang, in der Hoffnung, dass Ulrike Hartmann in ihrer neuen Gemeinde ebenso herzlich aufgenommen wird, wie sie auf Norderney verabschiedet wurde. In der nächsten Woche kommen dann die Möbelpacker. Nicht nur auf der Insel, sondern auch auf dem Festland fehlt Ulrike Hartmann schon jetzt vielen.

Von Lennart Stock