Einsatz mit Gewinn – Warum das Ehrenamt so wichtig ist

Information, Juleica, Mitarbeiter/innen

Ob im Fußballverein oder in der Kirchengemeinde: Mindestens ein Viertel aller Jugendlichen in Deutschland engagieren sich ehrenamtlich. Besonders die evangelische Jugendarbeit baut auf das Engagement ehrenamtlicher Helfer. Ohne sie könnten zahlreiche Kinder- und Jugendgruppen genauso wenig stattfinden, wie Jugendfreizeiten oder Gottestdienste. Ihre Arbeit ist mit keinem Geld zu bezahlen und durch nichts zu ersetzen.

Ehrenamtliches Engagement ist wichtig, wichtig für ein menschliches Miteinander, jeden Tag aufs Neue.  Die Evangelische Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz setzt sich bereits seit mehr als 20 Jahren mit der Woche für das Leben für den Wert und die Würde des menschlichen Lebens ein. In diesem Jahr steht die Aktion unter dem Motto: „Engagiert für das Leben“.

Ein fester Platz in der kirchlichen Arbeit

Vergangenen Samstag begann die bundesweite Aktionswoche mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche. Der Ratsvorsitzender der Evangelischen Landeskirche Deutschland, Nikolaus Schneider, wies in seiner Predigt auf den hohen Stellenwert des Ehrenamtes hin:

“Wer anderen hilft, Lasten zu tragen, lernt viel über das eigene Menschsein. Jeder und jede, die sich sozial engagieren und dabei für ein Stück Weg in den Schuhen des anderen gehen, verändern auch den eigenen Blick auf die Welt.“

Das das Ehrenamt in der evangelischen Kirche einen festen Platz hat, belegt auch ein Dekret der EKD. Im Jahr 2009 beschäftigte sich die Synode mit dem Thema. Unter “ehrenamt – evangelisch – engagiert” finden Interessierte ein Internetportal der EKD mit wertvollen Tipps rund ums Ehrenamt.

Einsatz mit Gewinn

Neudeutsch könnte man die wertvolle Arbeit Ehrenamtlicher wohl so etwas wie eine “Win-Win-Situation” nennen. Auf der einen Seite gewinnen die Personen, denen geholfen wird. Auf der anderen Seite gewinnen ebenso die Menschen, die sich kümmern. Auch im Kirchenkreis Norden ist die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht weg zu denken, zum Beispiel bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Tomma Zobel arbeitet bereits seit 2006 ehrenamtlich im Team des Kreisjugenddienst Norden. Für ihre freiwillige Unterstützung erhält sie kein Geld, dennoch ist sie mutiviert mitzuarbeiten:

“Ich engagiere mich ehrenamtlich, weil ich damit etwas zu einer Sache beitragen kann, die mir am Herzen liegt , die wichtig für mich ist und bei der ich für mich selbst noch etwas lernen kann oder auch anderen etwas zeigen kann. Wenn einem dann zwischendurch noch ein “Dankeschön” entgegengebracht wird, fühlt man sich in seiner ehrenamtlichen Arbeit noch bestärkt.”

Ihr Engagement ist ein kleines Puzzleteil im großen Puzzle des friedlichen Miteinanders. Jeder Beitrag, auch wenn er noch so klein ist, kann zum Großen Ganzen beitragen. Wie wichtig ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit ist, weiß auch Jugendiakon und Kreisjugendwart Klaas Grensemann:

“Unsere gesamte Arbeit in der Evangelischen Jugend basiert darauf, dass sich junge Menschen und Erwachsene gemeinsam engagieren. Wir als Hauptamtliche haben keine Chance, in unserem Dienst etwas auszurichten, wenn es nicht Ehrenamtliche gäbe die uns in mancherlei Hinsicht unterstützen. Unsere Angebote wären im wahrsten Sinne des Wortes menschenleer, wenn wir nicht immer wieder Unterstützung finden würden, ganz praktische aber auch von vielen Menschen aus der Gemeinde im Gebet getragen zu werden, ist dabei ein echtes Geschenk. Wir als Hauptamtliche werden diese Menschen hoffentlich auch immer in dieser Hinsicht begleiten und sie „ehren“ für ihren Dienst, denn das gehört zum EHRENamt ja auch dazu. Ich selbst bin unendlich dankbar für das Geschenk, immer wieder aufs Neue mit wunderbaren Menschen gemeinsamen meinen Dienst tun zu können. Wie oft sind aus den Begegnungen zu Ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen echte Freundschaften geworden – noch schöner kann man in seinem Dienst wohl nicht beschenkt werden.”

Die evangelische Kirche tut viel für ihre Ehrenamtlichen Helfer. So organisierte die Hannoveranische Landeskirche im vergangenen Jahr eigens einen Ehrenamtlichen-Tag in Hannover, als Dankeschön für die vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit.
Übrigens: Ein Drittel der Deutschen engagiert sich ehrenamtlich, ein weiteres Drittel würde dies gerne tun, weiß aber nicht wie.  Der KJD Norden bietet in diesen Tagen die Fortbildung zum “Kleinen Mitarbeiterschein” an. Hier erlernen Konfis erste, wichtige Schritte zum arbeiten mit Gruppen. Als Mitarbeiter können sie dann im Team z.B. auf Konfirmandenfreizeiten fahren. Ein Beleg für die Arbeit mit Jugendlichen stellt auch die Fortbildung zum Jugendleiter (JULEICA) dar, die der KJD Norden einmal im Jahr für Interessierte Teamer anbietet. Der Einstieg ist also gar nicht so schwer.

Alles wichtige zum Mitmachen in der Evangelischen Jugend findest du hier.

Von Lennart Stock mit Material von ekd.de und evangelisch.de